Aberglaube

Ein Aprilscherz bringt ein ganzes Jahr Glück! Die Russen und der Aberglaube, diese Verbindung ist tief in der russischen Seele eingeprägt.

Glauben und Traditionen bei den Altslawen prägen auch heute noch die russische Seele. Geister und Götter der Mythologie spielten eine große Rolle und so hält sich bis heute der Aberglaube fest in den russischen Köpfen. Russische Märchen und Erzählungen handeln von Haus- und Wassergeistern, Wassernymphen und anderen Gestalten, die aber für das Volk der Altslawen eine höhere Bedeutung hatten. Sie wurden mit der Schöpfung und der Natur in Verbindung gebracht und waren dadurch immer präsent.

Vieles kommt uns dabei bekannt vor, wie zum Beispiel die schwarze Katze, die Unglück bringt, wenn sie den Weg kreuzt. Auch das auf die Schulter oder auf Holz Klopfen, verbunden mit dreimal „Toi Toi Toi“ verwenden wir, wenn wir jemandem Erfolg wünschen oder wenn nichts schief gehen soll. Bei den Russen soll dies einem Missgeschick vorbeugen, das Wort heißt hier „tfu“. Auch dreimal über die linke Schulter spucken, wird in Russland oft gesehen. Der zerbrochene Spiegel bedeutet bei uns sieben Jahre Unglück. In Russland werden zerbrochene Spiegel sofort weggeworfen, da schon das bloße Hineinschauen nichts Gutes bedeutet. Zerbrochenes Porzellan steht für Glück.

Aber es gibt noch weitere abergläubische Aussagen, die für die Russen von Bedeutung sind. Salz Verschütten bringt Streit ins Haus, wenn ein Messer auf den Boden fällt, dann wird es bald an der Türe klingeln. Spinnen töten ist Tabu, denn sie stehen für den Zuwachs an Geld. Auch Regen kündigt Positives an, denn alles, was im Regen anfängt, findet ein gutes Ende. Läuft dir eine Frau oder ein Mädchen mit vollen Eimern über den Weg, so ist auch das ein gutes Omen. Ein besonders interessanter Aberglaube ist die Mär vom 1. April. Wenn man in Russland an diesem Tag jemandem einen Streich spielt, dann weicht das Glück für ein Jahr nicht von der eigenen Seite.

Die Nase juckt, die Hand, das Auge? Auch das ist ein Zeichen im russischen Aberglauben. Die linke Hand juckt, wenn ein Geldsegen ansteht, die juckenden Fußsohlen versprechen eine baldige Reise, juckende Augen können Freude oder Trauer ankündigen. Als Besucher in Russland wird man schnell mit diesem Aberglauben vertraut, weil er unausweichlich ist und auf den ersten Blick auch wunderlich. Aber mal im Ernst: Sind wir nicht alle ein bisschen abergläubisch? Oder wie war das, mit Freitag, dem Dreizehnten?

Quellen und interessante Web-Links zu dem Thema

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